Easy Rider Vietnam

Eines unserer absoluten Vietnam Highlights ist die fünftägige Tour mit Anh’s Vietnam Easy Riders.

Anh und Hai haben uns mit ihren Motorrädern in fünf Tagen von Hoi An nach Dalat gefahren. Die Route führte über den Ho Chi Minh Trail (welcher heute eine ausgebaute Autobahn ist), durch die wunderbare Landschaft im Zentral-Vietnamesischen Hinterland und über Passtrassen, welche uns an Orte abseits der Touristenströme brachten. Wir konnten die Natur und Menschen Vietnams von einer anderen Seite kennen lernen. In den Dörfern leben die Leute unter den einfachsten Bedingungen. Einige auch hier noch ohne Strom oder fliessend Wasser. Das Geschirr wird am einzigen Wasserhahn des Dorfes gespült, wo gleich daneben das Schwein mit den Ferkeln badet 😲. Es versetzt einem zurück in der Zeit und wir realisieren, wie glücklich wir uns schätzen können, dass wir in der Schweiz in Fortschritt und Luxus leben können.

Wir lernen in diesen Tagen auch die lokalen Handwerkskünste kennen, sehen wie die vielen Arten von Besen, Seide und Reisblätter hergestellt werden. Auch kulinarisch wurden wir verwöhnt. Zwar war das Essen immer einfach, aber für die Region typisch und wir konnten jeden Tag etwas neues kennen lernen. Unser bestes Abendessen in Vietnam überhaupt haben wir in einem kleinen Restaurant gleich neben unserer Unterkunft am Lak Lake gegessen. Alles hausgemacht und besser als in jedem Restaurant in der Grosstadt!

Einen besonderen Platz in unseren Herzen haben sich die Kinder eines Waisenhauses ergattert. Wir verbrachten ungefähr eine Stunde bei ihnen und wurden vom Moment unseres Ankunft von den Kleinen in Beschlag genommen. Besonders Marcos Kamera und die GoPro waren der Hit. In Windeseile hatten sie die richtigen Knöpfe gefunden und zahllose lustige Videos aufgenommen 😊. Nichtsdestotrotz sind die Zustände, unter welchen die Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren leben, ernüchternd. Zwei kleine Jungen lagen krank in ihren Bettchen, welche mitten im Schlafraum stehen und somit haben die Beiden keine Ruhe um sich zu erholen und werden auch nicht isoliert, was vermutlich die Ansteckungsgefahr bei den anderen Kindern ziemlich erhöht. Andererseits haben sie so immer Gesellschaft und sind nie alleine. Einige Kinder waren sehr scheu und man konnte es an der Traurigkeit ihrer Augen und in den Gesichtern sehen, dass sie schlimmes durchgemacht haben. Es drückt mir heute noch das Herz ab wenn ich daran zurück denke. Trotzdem sind wir für diese Erfahrung sehr dankbar.

Wir können diese Art des Reisens in Vietnam nur empfehlen und würden bei unserem nächsten Besuch auf jeden Fall wieder eine Tour mit Anh machen.

Sibylle ZurbriggenComment