La Paz

Der Flug nach La Paz verlief ohne Probleme, ausser dass eine Dame auf unserem Sitz gesessen hat die eigentlich in der Sitzreihe 11 ihren Platz hätte. Wir konnten das Problem lösen als diejenige Person kam, welche den letzten Sitz in unserer Reihe gebucht hatte. Mit ihr (Regina) unterhielten wir uns danach bestens. Sie wurde in den USA geboren, ist aber eine Bolivianerin und lebt nun mit ihrem zweiten Mann hier in La Paz. Da sie vor vier Jahren an Krebs erkrankt ist, fliegt sie regelmässig zur Behandlung und Kontrolle nach Santiago. Dies lässt bereits darauf schliessen, dass sie zur oberen Einkommensschickt in La Paz gehört und daher auch eine deutlich andere Sicht auf die Zustände im Land hat als die weniger begüterten Bolivianer.

Vom Flughafen aus nehmen wir ein Taxi (70 Bolivianos kostet es) zu unserem Hotel. Es ist das erste Mal in einem südamerikanischen Land in dem die Taxifahrer die Touristen nicht «bescheissen». Der Fahrer ist gesprächig und erzählt uns viel über La Paz und Bolivien. Der erste Blick auf die Stadt ist atemberaubend. Wie in einem Kessel ziehen sich die Häuser Zeilen den Krater hoch und schauen für uns ein bisschen aus wie Legoklötze. Auch hier ist es so, dass auf fertigen Häusern eine höhere Steuer bezahlt werden musss. Daher sind viele Häuser aussen nicht fertig (kein Verputz und teilweise keine Fenster), werden aber voll bewohnt.

Unser Hotel liegt im Zentrum und gefällt uns sehr gut. Wir haben ein Zweibettzimmer gebucht und werden mit zwei riesigen Betten belohnt, die auch noch bequem sind! Wir buchen für den kommenden Tag (5.5.) eine City Tour und werden von Omar, einem jungen Bolivianer, der im letzten Jahr Tourismus studiert und einem Fahrer, durch die Stadt gefahren und geführt. Er ist politisch sehr korrekt und unsere Fragen nach dem Präsidenten und dem momentanen Konflikt mit Chile betreffend den Zugang zum Meer beantwortet er sehr neutral. Wir besuchen das lokale Valle de la Luna, welches wegen Neil Armstrong so benannt wurde und fahren mit zwei Seilbahnen. Wir fragen Omar wer das ganze finanziert hat und auch hier ist er etwas sehr neutral: Es sei ein Projekt des Präsidenten und es sei mit ausländischem Geld finanziert worden. Wessen und wie genau weiss man nicht. Man kann es sich aber in etwa ausrechnen: Top moderne Seilbahnen (momentan 6) von der Firma Doppelmayr aus Österreich und 5 weitere in Planung, plus einen neuen Flughafen und das alles in den letzten 4-5 Jahren dürfte ordentlich etwas gekostet haben.

Da in Sucre ein sozialer Konflikt mit dem Nachbarbezirk Santa Cruz im Gange ist können wir unsere Reise nicht weiterführen und sitzen bis zum 13.5. in La Paz fest. Von hier aus fliegen wir dann nach Uyuni von wo unsere 8-tägige Tour mit einem privaten Fahrer beginnt.