Von Buenos Aires zu den Pinguinen in Ushuaia

Wir stehen um 5 Uhr auf. Um 6.25 Uhr stehen wir mit Sack und Pack bereit und unser UBER Fahrer holt uns ab. Die Fahrt zum Flughafen Ezeiza dauert aufgrund des langen Feiertags Weekend nur knapp 35 Minuten. Wir wissen bereits, dass bei Aerolinas Argentina auf Inlandflügen nur 15kg Gewicht regulär zugelassen sind und wir müssen daher einen Aufschlag für das Übergewicht bezahlen. Insgesamt ist mein Rucksack jetzt 4kg schwerer (23,3 kg) und der von Marco 1 kg (20,2 kg) als bei der Abreise in Zürich. Insgesamt kostet uns das aber «nur» ARS 1'120.-.  

Wir machen uns auf zur Sicherheitskontrolle (wir sind die einzigen 😉) und sind kurz darauf bei den Inland Gates (6 oder 7 an der Zahl). Es gibt ein kleines Kaffee und eine Toilette und das war's dann auch. Als unser Flug zum Boarden aufgerufen wird zeigt sich schon in der Kleidung der Passagiere (uns eingeschlossen), dass Patagonien ein Wander Mekka ist. 

Bei der Landung beginnt es dann ordentlich zu schütteln und das Flugzeug sinkt wie in Wellen ruckartig ab. Es fühlt sich an wie auf der Achterbahn. Ich konzentriere mich auf den spanisch sprechenden Vater hinter mir, welcher seiner Tochter mit ruhiger Stimme erklärt was passiert und dass das in Ushuaia normal ist. Als der Vogel dann unten ist klatsche ich zum ersten Mal seit Jahren wieder einmal für den Piloten. Allerdings weiss ich da noch nicht, dass sie das offenbar extra machen, damit die Touristen mehr sehen!!!! Die Familie hinter uns kommt aus Ushuaia und erklärt uns diesen Sachverhalt nach der Landung. Sehr eine interessante Hintergrundinformation wie wir finden und eine sau dämliche Aktion der Piloten, falls die Aussage tatsächlich stimmt.

Der Flughafen ist winzig und der Zoll besteht aus einer Scann Maschine wo jeder seinen Rucksack drauflegt und danach wieder nimmt. Einen Pass schaut hier niemand an und es gibt auch nur ein Gepäckband. Wir schnappen unsere Rucksäcke und düsen raus in die frische Luft von Ushuaia. Draussen warten die Taxis und der Fahrer bringt uns zu unserem Hostel (La Posta). Wir beziehen unser Zimmer und machen uns danach auf den Weg Ushuaia zu erkunden. Uns gefällt das raue Wetter, das Meer, das es immer wieder etwas regnet und das wir das Gefühl haben atmen zu können. 

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg um einige Fotos zu schiessen und Tickets für eine Rundfahrt auf dem Beagle Kanal zu besorgen. Es gibt lediglich einen Anbieter bei welchem man tatsächlich auf die Insel kann und die Pinguine hautnah erlebt. Natürlich gibt es dafür eine ganz logische Erklärung. Nämlich, dass dem Tour Anbieter halt eben auch die Insel gehört auf welcher die Pinguine sich aufhalten. Für diese Tour reicht uns leider die Zeit nicht, aber wir wollen zumindest zur Insel fahren und die Pinguine von etwas weiter wegsehen.

Auf dem Weg ins Zentrum werden wir von einem Hund begleitet der Marco gerne durchs Bild hüpft und sich an meine Füsse legt. Süss ist er und eine Hundemarke hat er auch, daher ist anzunehmen, dass er jemandem gehört. Es gibt ziemlich viele herrenlose Hunde und wir sind ihnen bereits in Tigre begegnet. Interessant ist, dass keiner der Hunde aggressiv ist. Alle sind verspielt und saugen Zuneigung richtig auf.

Wir gehen weiter und nach einem kurzen Stopp im Café Gatto erreichen wir die Tour Stände beim Hafen. Unser Hostel hat uns einen empfohlen (Canoero) und wir buchen dort die Nachmittagstour. Um 16 Uhr geht es dann mit einem grossen Katamaran (voll mit Brasilianern, Italienern und spanischsprechenden Touristen). Zuerst steuern wir die Vogelinsel und danach eine mit Seehunden drauf an. Das Schiff fährt immer sehr nahe an die Felsen ran und man kann die Tiere sehr gut sehen. Bevor es dann zu den Pinguinen geht, wird noch die Insel mit dem Leuchtturm umkreist und dann mit Vollgas durch den Beagle Kanal Richtung Pinguin Insel.

Das Boot lässt sich im Kies vor der Isla Martillo «auflaufen» und dockt so an der Insel an. Die Pinguine sind in nächster Nähe und Marco und ich sind absolut fasziniert von diesen Tieren, die wir normalerweise nur im Zoo gesehen haben. Marco knipst ein Foto nach dem anderen und ich dokumentiere mit dem Handy. Wir machen insgesamt drei solche Stopps an der Insel und sehen verschiedene Pinguin Arten (Magellan Pinguine und Königs Pinguine). Nach ca. einer Stunde bei der Insel macht sich der Katamaran auf den Rückweg nach Ushuaia. Wir setzen uns in die Kabine an einen Tisch und lernen eine chilenische Familie kennen sowie eine chinesische Touristin mit welchen wir uns sehr gut auf Spanisch und Englisch unterhalten.

Zurück in Ushuaia beschliessen wir den besten Valentinstag den wir je hatten mit einer guten Flasche Wein und einem Sandwich im Hostel :D.

 

Sibylle ZurbriggenComment