Yucatán mit Nina 😃!!!

Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet
 Monate habe ich mich auf den 16. September 2018 gefreut und bin nervös und freudig vor dem Flughafen Terminal 4 in CancĂșn auf und ab getigert bis sie dann endlich da war. Meine Schwester Nina!!!

Trotz ihrer Abneigung gegen lange FlĂŒge und der unabdingbaren Tatsache, dass sie heisses und dann auch noch schwĂŒles Wetter verabscheut, hat sie den weiten Weg nach Mexiko auf sich genommen, um an meinem Geburtstag bei mir und Marco zu sein. Ein grösseres und besseres Geschenk hĂ€tte sie mir nicht machen können 😘!!

Und nun dĂŒrfen wir zwei Wochen zusammen die Halbinsel YucatĂĄn und die historischen Maya Ruinen entdecken.

Unsere erste Etappe fĂŒhrt uns via Valladolid nach Chitzen Itza. Besonders gut gefĂ€llt uns Valladolid mit seinem berĂŒhmten Kloster. Hier probiert Nina zum ersten Mal Cochinita Pibil und wir stossen mit einem frischen Fruchtsaft auf unsere gemeinsame Reise an. Danach wollen wir das Kloster besichtigen, mĂŒssen aber aufgrund der feuchten Hitze bereits im SĂ€ulengang kapitulieren. Nach einer Pause im kĂŒhleren Schatten setzen wir unsere Fahrt fort.

Unser Hotel liegt direkt angrenzend an die Ruinen von Chitzen Itza, welche wir am frĂŒhen Morgen mit unserer ReisefĂŒhrerin Ingrid (aus Österreich). Das GelĂ€nde ist riesig und Ingrid erklĂ€rt uns, dass alles bis noch vor 10 Jahren in privatem Besitz war. Der jetzt zugĂ€ngliche Teil wurde der Regierung geschenkt und den Teil, welcher seit 10 Jahren auf Ausgrabung wartet, wurde damals lukrativ an die Regierung verkauft
 Somit werden die restlichen Ruinen vermutlich niemals ausgegraben, da die Finanzierung wegen all der Korruption eh versandet. Es ĂŒberrascht uns nicht wirklich dies zu hören, trotzdem sind wir etwas ernĂŒchtert und schockiert ĂŒber das mangelnde Interesse der mexikanischen Regierung daran, ihre KulturschĂ€tze zu erhalten.

Das GelĂ€nde ist mit Souvenir StĂ€nden gesĂ€umt und viele verkaufen Tiere aus Holz mit welchen man die jeweiligen GerĂ€usche machen kann. Sehr beliebt scheint der Jaguar zu sein, denn so oft man dieses GerĂ€usch hört hat man das GefĂŒhl, dass eine ganze Jaguar Herde auf dem GelĂ€nde ist.

Es ist sehr heiss und feucht. Die FĂŒhrung ist sehr interessant und Ingrid eine wahre Freude. Sie weiss vieles ĂŒber die Maya zu erzĂ€hlen. Zum Beispiel hat man herausgefunden, dass das so bekannte Ballspiel vermutlich gar nicht so gespielt worden ist wie man bis anhin gedacht hat, da der Kautschuk Ball ca. 4,5 Kilogramm wog und dieser wohl eher nicht nur mit Knien und Ellbogen durch einen Ring gespielt werden konnte. Ausserdem gibt es viele BallspielplĂ€tze auf welchen gar keine Ringe vorhanden sind. Daher wird heute viel eher wird angenommen, dass die Ringe fĂŒr etwas anderes z.B. Zeitmessung genutzt wurden als um den Ball hindurch zu spielen.

Auch ĂŒber den Untergang der Kultur hat Ingrid einiges zu erzĂ€hlen. Anhand von Funden und Nachempfindungen kann man erkennen, dass die Maya ihre WĂ€lder abgerodet haben und sich nach einigen hundert Jahren das Klima so verĂ€ndert hat, dass es kein Wasser und keine Nahrung mehr gab. Also sehr Ă€hnlich zu unserer Kultur heute. Wir beuten die Natur auch aus bis zum Letzten aus und das Klima wird immer heisser.

Bevor wir nach Merida weiterfahren kĂŒhlen wir uns im Cenote ab, was unseren Körpertemperaturen doch deutlich hilft :).

In Merida verbringen wir zwei NĂ€chte und feiern hier auch meinen Geburtstag. Wir nutzen die Tage um die Stadt zu besichtigen und etwas mehr ĂŒber die Mayakultur zu lernen. Es ist herrlich, dass ich an meinem Geburtstagsmorgen mit meiner Schwester aufwachen darf und mit lieben Geburtstagskarten aus der Schweiz (die hat sie extra mitgebracht) und einer aufblasbaren Krone ‘hahahaha’ gesegnet werde. Ich geniesse diese Momente sehr und bin sehr dankbar dafĂŒr, dass Nina diese lange Reise auf sich genommen hat.

Als nĂ€chstes steht der Besuch von Uxmal auf unserer Liste. Wir machen hier auf dem Weg nach Palenque Halt und können die Ruinen praktisch alleine geniessen. Hier darf man die Pyramiden und einen Teil der GebĂ€ude betreten und auch hinauf klettern, was uns einen atemberaubenden Blick ĂŒber den Urwald und die Ruinen gibt. Alle drei sind wir tief beeindruckt und wandern mehr als zwei Stunden staunend durch das GelĂ€nde.

Am Nachmittag erreichen wir die KĂŒstenstadt Campeche, welche fĂŒr ihre Vergangenheit mit Piraten Angriffen und ihren soliden Stadtmauern bekannt ist. Das StĂ€dtchen gefĂ€llt uns sehr und wir wĂŒnschten, dass wir hier eine Nacht mehr verbringen könnten.

Unsere Weiterfahrt nach Palenque dauert etwas mehr als vier Stunden und fĂŒhrt ĂŒber mehrheitlich gut geteerte, breite Strassen. Ab Escarchera wird die Strasse renoviert und wir fahren daher ĂŒber ein WirrWarr an Schotterstrasse, wo man nicht mehr so genau weiss wie man fahren soll und wo durch :D. Marco meistert die Aufgabe aber super und wir kommen sicher in unserem Hotel Chablis an. Wenn man mit dem Auto den Parkplatz verlassen will muss man Hupen ‘lach’.

Am nĂ€chsten Tag besichtigen wir die AusgrabungsstĂ€tte Palenque. Begleitet werden wir von unserem Guide Ernesto. Er fĂŒhrt uns zwei Stunden durch das GelĂ€nde und wir dĂŒrfen auch in und auf gewisse GebĂ€ude, was gemĂ€ss Ernesto vermutlich nicht mehr lange der Fall sein wird, da die GebĂ€ude von den vielen Besuchern beschĂ€digt werden. Auch hier liegen ĂŒber 95% der Stadt noch im Urwald und sind unerforscht! Eine unglaubliche Vorstellung, wenn man sich ĂŒberlegt welches Kulturerbe die Mexikaner hier einfach im Wald liegen lassen
 In Palenque ist der Stuck mit seinen Fresken teilweise noch sehr gut erhalten und wir erhalten einen kleinen Einblick in die frĂŒhere Pracht dieser Bauten. FĂŒr die Herstellung des Stucks wurde extrem viel Holz (ca. 30 kg Holz fĂŒr 1 kg Stuck) benötigt. Dies erklĂ€rt auch die unglaubliche Abholzung der WĂ€lder, welche schlussendlich zum Klimawandel und dem Untergang der Kultur beigetragen haben.

Als nĂ€chstes steht Calakmul auf unserer Reiseroute. Diese Ruinenstadt ist noch sehr wenig erforscht und liegt mitten im Jungel. Von unserer Lodge aus benötigen wir nochmal ĂŒber zwei Stunden bis wir bei den Ausgrabungen ankommen. Auf dem Weg dahin sehen wir allerdings viele Tiere, Perlpfauentruthane, ein Wildschwein, Vögel, Agutis (grosse Meerschweinchen), Schmetterlinge etc., was die Fahrt zumindest fĂŒr Nina und mich unterhaltsamer macht. Marco meistert die mit Schlaglöchern ĂŒbersĂ€te Strasse mit Bravur und ich löse ihn dann fĂŒr die restliche Fahrt nach Bacalar ab.

Die Ruinen von Calakmul gehören zu den fĂŒr mich eindrucksvollsten, welche wir bisher gesehen haben. Dies liegt natĂŒrlich auch dran, dass wir auf die höchste der Pyramiden steigen und das gesamte Ausmass der Landschaft auf uns wirken lassen können.

Weiterfahrt nach Tulum. Auf der Fahrt sehe ich zwei Mal eine Vogelspinne die ĂŒber die Autobahn krabbelt 👀 . In den ganzen Monaten haben wir keine gesehen und nun auf der AUTOBAHN gleich zwei Mal. Ansonsten verlĂ€uft die Fahrt entspannt und wir kommen gegen 14 Uhr bei unserem Hotel Geminis Villas in einer relativ ruhigen Gegend von Tulum an. Wir haben absichtlich etwas luxuriöseres aber zentral gelegenes ausgewĂ€hlt, damit wir uns entspannen und dennoch die Vorteile der Stadt nutzen können (wie Restaurants etc.).

Zudem haben wir hier zwei Zimmer und eine eigene KĂŒche in welcher wir kochen können. Das FrĂŒhstĂŒck ist im Preis inklusive, dennoch schĂ€tzen wir es, dass wir am Morgen einen Kaffee machen können.

In den Zimmern ist es ohne Klimaanlage und Ventilator unertrĂ€glich heiss und Nina leidet ziemlich unter der feuchten Hitze ;(. Sie ist aber sehr tapfer und versucht sich jeweils abzukĂŒhlen und im kĂŒhlen Zimmer etwas zu erholen. Allgemein hat sie die sehr heissen Tage mega tapfer gemeistert und ich bin sehr stolz auf sie. Auch fĂŒr uns sind die Temperaturen und die Moskitos schwierig und wir sind alle drei dankbar, wenn wir uns im Schatten, Pool, Cenote oder sonst irgendwo abkĂŒhlen können 😎😅.

NatĂŒrlich besuchen wir auch noch die Ruinen von Tulum und sind auch hier von der letzten Maya Stadt direkt am Meer sehr beeindruckt. Allerdings fliehen wir schon nach ein paar Stunden von der Hitze und besichtigen am nĂ€chsten Tag die Ruinen vom Wasser aus inkl. Schnorchel Ausflug.

Als unser letzter gemeinsamer Ferientag anbricht und wir die RĂŒckfahrt nach CancĂșn antreten ist mir sehr schwer ums Herz. Bevor uns Nina (als erste von allen!) besuchen kam, hatten wir natĂŒrlich manchmal etwas Heimweh nach unseren Familien und Freunden. Jetzt nach zwei gemeinsamen Wochen fĂ€llt mir der Abschied sehr schwer und als wir uns am Flughafen in CancĂșn ein letztes Mal Umarmen laufen mir die TrĂ€nen. Auch jetzt beim Schreiben dieses Blogs werden meine Augen feucht und ich vermisse meine Schwester und die Familie und Freunde sehr.

Liebe Nina,
du ahnst nicht was fĂŒr ein grosses Geschenk du mir mit deinem Besuch gemacht hast. Ich werde dieses Erlebnis fĂŒr immer in meinem Herzen tragen. Danke, dass du meine Schwester bist. Danke, dass du immer fĂŒr mich da bist. Danke, dass du unsere Hochzeit so wunderbar gestaltet hast. Danke, dass du auf meinen Rat hörst wenn du ihn brauchst und Danke, dass du immer an meiner Seite bist.

In Liebe,
deine Schwester Billy