Friedhof La Recoleta

Unsere erste Woche in Buenos Aires ist bereits um. Verrückt wie die Zeit vergeht. Wir frühstücken wie immer ausgiebig und machen uns dann bereit für einen Spaziergang. Wir besuchen heute nochmals den Friedhof von La Recoleta, machen dies aber ohne eine Tour. Es ist gewaltig, was die Menschen sich hier für Mausoleen inkl. Statuen geschaffen haben.  Für uns ist es zum Teil etwas seltsam durch die Scheiben die Särge und Kisten mit den Gebeinen der Toten zu sehen. Irgendwie wirkt es etwas makaber. Viele der Grabstätten sind in sehr schlechtem Zustand. Zum Beispiel sind die Scheiben eingeschlagen, die Dächer eingestürzt und bei einem wurde sogar ein Sarg angehoben und ein Teil des Leichentuches hängt heraus. Bei den «normalen» Gräbern steht eine Tür offen und man kann den Sarg sehen. Also alles sehr unschweizerisch ;) (wir mögen es ja ordentlich). Eine Tour Leiterin erklärt ihren Gästen, dass die Gräber teilweise von Familien stammen welche weggezogen sind und sich jetzt halt niemand mehr darum kümmert. Wir besuchen das Grab von Evita Peron Duarte, welches in perfektem Zustand und mit vielen Blumen geschmückt ist. Interessant ist, dass sie hier mit Ihrer Familie liegt und nicht mit Ihrem Mann (dem ehemaligen Präsidenten) im Familiengrab der Perons.

Wir streifen ca. zwei Stunden herum und machen uns dann auf den Weg zur Floralis Genérica, einer Metallinstallation einer riesigen Blume, welche während dem Tag die Blätter öffnet und sie bei Nacht schliesst. Später besuchen wir das Ateneo Grand Splendid, eine Buchhandlung welche in einem Theater eingerichtet wurde. An der Decke gibt es alte Fresken und auf den früheren Zuschauerrängen verteilen sich die Bücher und CD’s die zum Kauf angeboten werden. Nach diesem Besuch gehen wir weiter in Richtung Kongressgebäude und kommen dabei durch das Stadtviertel San Nicolás welches sich ziemlich anders anfühlt und ausschaut als unser Viertel Palermo…

Vom Kongressgebäude gehen wir weiter zum Palacio Barolo. Wir schauen uns dort die Eingangshalle an. Eine düstere Sache wie wir finden. Da wir Hunger und Drust haben (es ist inzwischen 16 Uhr) machen wir uns auf der Av. De Mayo weiter auf den Weg zum Grand Café Tortoni, dem ältesten Kaffeehaus in Buenos Aires. Wir werden gebeten kurz draussen zu warten und werden nach ca. 5 Minuten hereingelassen und bekommen einen Tisch. Im Innern des Kaffees fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt. Die Marmorböden, Vorhänge und Glasdecke, Schilder und Einrichtung scheinen tatsächlich noch von früher zu stammen. Wir bestellen einen Karrottensalat mit Äpfeln, Ananas, Palmherzen und Poulet und eine Torta verdura (eine Wähe mit Blätterteig und Gemüse), zwei Stella und eine Café frio Vienés (Eiscafé mit Vanilleeis und Rahm). Über die Av. De Mayo machen wir uns auf den Heimweg.

 

Sibylle Zurbriggen1 Comment