Über Sommergewitter und einsame Nilpferde

Unsere erste Nacht in Buenos Aires liegt hinter uns und wir sind neugierig auf die Stadt. Ich hatte mir vorgenommen jeweils nach dem Aufstehen etwas Sport zu machen, was ich heute auch geschafft und trotz Klimaanlage ordentlich geschwitzt habe. Nach einer Dusche setzten wir uns zum ersten Frühstück in Buenos Aires an den Tisch und legten fest, was wir heute anschauen wollen. Wir entscheiden uns für die Pärke, von welchen es doch einige in Buenos Aires gibt und verlassen gegen Mittag die Wohnung. Heute machen wir alles zu Fuss und werden uns in den nächsten Tagen eine Karte für die Metro "Sube" zulegen. Das erste Ziel ist der Botanische Garten. Eine sehr schöne Anlage mit riesigen Bäumen und Sträuchern aus aller Welt und so gross, dass wir zwischendurch einfach unter dem Blätterdach stehen und die grüne Kraft in uns aufsaugen. Auf allen Wiesen stehen Schilder mit dem Hinweis, dass man den Rasen bitte nicht betreten soll. Das interessiert hier tatsächlich nicht jeden und so haben die Parkwächter einiges zu tun.

Es ist tropisch warm und feucht und es bildeten sich langsam Wolken am Himmel. Als nächstes spazierten wir die Avenida de Libertador herunter – eine Riesenstrasse mit einem Monument in der Mitte des Kreisels – und am Zoo. Dieser ist geschlossen (wir konnten nicht herausfinden ob nur umgebaut wird oder ob er ganz geschlossen wird) und neben den Parkwächtern und Arbeitern können wir noch vereinzelte Tiere durch die eisernen Zaunstäbe erspähen. Ein einsames Nilpferd steht da und schaut uns mit etwas traurigen Augen an, Vögel und Kängurus sind ebenfalls noch vertreten. Die Tiere tun uns leid und wir sind etwas bedrückt als wir weiter gehen.

Wir überqueren die Av. de Libertador und kommen zum Rosedal (Rosengarten). Marco erwähnt immer wieder die Regenwolken, welche ich als ewige Optimistin zwar zur Kenntnis nehme, aber der Ansicht bin, dass es doch jetzt wohl nicht regnen wird. Wir stehen mitten in den Rosenbeeten als es zu regnen beginnt. Ein Sommergewitter. In der Schweiz würden nun alle davonlaufen und den Park verlassen. Hier stellt man sich einfach unter und wartet, bis der Regen wieder aufhört, was er auch tatsächlich tut. Nur beginnt er 5 Min. später auch wieder ;). Unsere Regenschirme sind natürlich in der Wohnung und daher schützen uns nur die Bäume vor dem Regen. Nach einer Stunde wird es uns dann doch langsam zu kalt und wir machen uns auf den Heimweg. Die Strassen sind nun feucht und heiss und wir merken schon bald, dass das Gewitter jetzt vorbei ist und wir gut noch länger im Park hätten bleiben können. Trotzdem lassen wir unseren ersten richtigen Buenos Aires Tag damit ausklingen und geniessen stattdessen einen kühlen Smoothie.

 

Sibylle ZurbriggenComment